Augenringe behandeln

Augenringe in Münster: pigment-, gefäß- oder strukturbedingt? Polynukleotide, Mesotherapie, Niacinamid, Hyaluronsäure und Unterlidplastik – Verfahren nach Ursache.

Augenringe in Münster behandeln – nach Ursache, nicht nach Schema

Augenringe sind nicht gleich Augenringe

Der Begriff fasst drei sehr verschiedene Befunde zusammen, die unterschiedlich behandelt werden müssen. Wer das übergeht und pauschal unterspritzt, verbessert im besten Fall nichts – im schlechteren verstärkt er den Schatten.

Pigmentbedingte Augenringe sind bräunlich. Ursache ist vermehrtes Melanin in der dünnen Unterlidhaut, oft anlagebedingt, verstärkt durch UV-Belastung, Reiben oder abgeheilte Entzündungen wie ein Ekzem.

Gefäßbedingte Augenringe wirken bläulich bis violett. Hier schimmert das oberflächennahe Gefäßgeflecht durch eine besonders dünne, lichtdurchlässige Haut hindurch. Die Haut selbst ist nicht dunkler geworden – sie ist durchsichtiger.

Strukturbedingte Augenringe sind gar keine Verfärbung, sondern ein Schatten. Er entsteht, wenn das Volumen entlang der Tränenrinne abnimmt, der Übergang zur Wange abfällt oder sich die Fettkörper am Unterlid vorwölben. Im Spiegel sieht das dunkel aus, am Licht verschwindet es teilweise.

In der Praxis liegt meist eine Mischform vor. Genau deshalb steht am Anfang keine Behandlung, sondern eine Zuordnung.

Wie wir die Ursache bestimmen

Wir beurteilen die Augenpartie bei unterschiedlichem Lichteinfall und im Liegen, dehnen die Haut vorsichtig und prüfen, ob die Verfärbung dabei verschwindet. Bleibt sie bestehen, spricht das für Pigment; hellt sie auf, für einen Gefäß- oder Schattenanteil. Ergänzend nutzen wir die digitale Hautanalyse, die Pigment- und Gefäßanteile getrennt darstellt.

Erst danach besprechen wir, welches Verfahren sinnvoll ist – und ob es überhaupt eines gibt, das den Aufwand rechtfertigt.

Die Verfahren im Einzelnen

Polynukleotide für dünne Unterlidhaut

Polynukleotide sind gereinigte DNA-Fragmente, die im Gewebe Fibroblasten anregen und die Bildung von Kollagen und Elastin unterstützen können. Sie füllen nichts auf. Ihr Ziel ist die Hautqualität: eine Unterlidhaut, die dicker, fester und weniger durchscheinend wird. Damit sind sie vor allem beim gefäßbedingten Anteil und bei feiner, knittriger Haut interessant.

Der Aufbau verläuft langsam und über mehrere Sitzungen, üblicherweise drei im Abstand von zwei bis drei Wochen. Nebenwirkungen beschränken sich in der Regel auf kurzzeitige Rötung, Schwellung und kleine Blutergüsse an den Einstichstellen.

Mesotherapie mit Hyaluronsäure, Vitaminen und Aminosäuren

Bei der Mesotherapie werden sehr kleine Mengen eines Wirkstoffkomplexes aus nicht vernetzter Hyaluronsäure, Vitaminen, Aminosäuren, Mineralien und Antioxidantien oberflächlich in die Haut eingebracht. Auch hier geht es um Hydratation und Hautqualität, nicht um Volumen. Sinnvoll ist das bei müde wirkender, trockener Augenpartie und als Ergänzung zu den Polynukleotiden.

Niacinamid und depigmentierende Wirkstoffe

Beim pigmentbedingten Anteil greifen wir auf Wirkstoffe zurück, die in die Melaninbildung eingreifen. Niacinamid (Vitamin B3) hemmt die Übertragung von Melanin in die Oberhautzellen und ist auch in der empfindlichen Augenregion gut verträglich. Ergänzend kommen depigmentierende Wirkstoffkomplexe zum Einsatz.

Pigment verändert sich langsam. Realistisch sind Monate, nicht Wochen – und ohne konsequenten Lichtschutz ist der Effekt nicht zu halten. Wenn auch andere Areale betroffen sind, lohnt der Blick auf unsere Seite zu Pigmentflecken.

Hyaluronsäure in der Tränenrinne

Fehlt Volumen entlang der Tränenrinne, kann ein weicher, gering quellender Hyaluronfiller den Schatten abmildern. Das Ergebnis ist sofort sichtbar – und genau deshalb wird es häufig zu großzügig eingesetzt.

Wir sind an dieser Stelle bewusst zurückhaltend. Die Tränenrinne ist die anspruchsvollste Region des Gesichts: Zu oberflächlich gespritztes Material schimmert bläulich durch (Tyndall-Effekt), zu viel Material bindet Wasser und führt zu einer hartnäckigen Schwellung, die über Monate bestehen kann. Bei ödemneigenden Patientinnen und Patienten raten wir in der Regel ab. Ein Vorteil bleibt: Hyaluronsäure lässt sich bei Bedarf enzymatisch auflösen.

Unterlidplastik bei vorgewölbten Fettkörpern

Wenn der Schatten daher rührt, dass sich die orbitalen Fettkörper vorwölben, ist keine Injektion die Lösung. Hier hilft ein operativer Eingriff, bei dem das vorgefallene Fett reduziert oder in die Tränenrinne umverteilt wird. Der Zugang erfolgt in vielen Fällen von der Bindehaut aus, also ohne äußere Narbe.

Das ist eine Operation mit entsprechender Aufklärung, Bedenkzeit und Ausfallzeit – und sie ist in den richtigen Fällen jeder wiederholten Unterspritzung überlegen. Betrifft die Erschlaffung zusätzlich das Oberlid, besprechen wir das im Rahmen der Schlupflider-Operation mit.

Wie die Behandlung abläuft

Am Anfang steht ein Beratungstermin mit Untersuchung. Sie erhalten eine Aufklärung und einen Kostenvoranschlag; zwischen Beratung und Behandlung liegt eine Bedenkzeit.

Die Injektionen selbst dauern je nach Verfahren etwa 15 bis 30 Minuten. Gearbeitet wird mit sehr feiner Nadel oder stumpfer Kanüle, das Areal wird vorher betäubt beziehungsweise gekühlt. Anschließend kühlen wir nach. Für etwa 24 bis 48 Stunden gilt: kein Sport, keine Sauna, kein Solarium, kein Druck auf das Areal, keine Augenmassage.

Blutergüsse sind am Unterlid häufiger als anderswo, weil die Haut dünn und gut durchblutet ist. Planen Sie wichtige Termine nicht unmittelbar danach.

Wann sich das Ergebnis zeigt

Das hängt vom Verfahren ab. Hyaluronsäure wirkt sofort, setzt sich aber in den ersten zwei Wochen noch. Polynukleotide und Mesotherapie zeigen ihre Wirkung schrittweise über Wochen bis Monate, mit dem Aufbau über die Sitzungen hinweg. Pigment braucht am längsten.

Wie deutlich die Veränderung ausfällt, hängt von Hauttyp, Anlage, Gefäßverlauf, Schlaf und Lebensstil ab. Ein bestimmtes Ergebnis können wir nicht zusichern. Augenringe mit starker anlagebedingter Komponente lassen sich verbessern, aber selten vollständig beseitigen. Wer Ihnen das verspricht, sollte Sie misstrauisch machen.

Risiken und Grenzen

Möglich sind Schwellungen, Rötungen, Druckempfindlichkeit und Blutergüsse an den Einstichstellen; sie klingen üblicherweise innerhalb weniger Tage ab. Spezifisch für die Tränenrinne sind der bereits genannte Tyndall-Effekt, tastbare Unregelmäßigkeiten und eine anhaltende Schwellung des Unterlids. Sehr selten, aber ernst zu nehmen sind Gefäßverschlüsse, die im Augenbereich eine sofortige Behandlung erfordern.

Alle Risiken besprechen wir vor der Behandlung im Einzelnen.

Für wen es nicht infrage kommt

Zurückhaltend sind wir bei akuten Entzündungen oder Infektionen im Behandlungsareal, bei bestimmten Autoimmunerkrankungen, in Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei bekannten Unverträglichkeiten gegenüber den Bestandteilen. Bei ausgeprägter Ödemneigung, Schilddrüsen- oder Nierenerkrankungen mit Lidschwellung klären wir zuerst die Ursache ab, bevor wir ästhetisch behandeln. Wenn die Erwartung über das hinausgeht, was diese Verfahren leisten können, sagen wir das ebenfalls – und raten gegebenenfalls ab.

Was die Behandlung kostet

Wir sind eine Privatpraxis. Die Abrechnung erfolgt nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ). Die Höhe ergibt sich aus Verfahren, Materialmenge, Aufwand und Schwierigkeitsgrad – nicht aus einer Preisliste. Deshalb finden Sie hier keine Beträge. Nach dem Beratungsgespräch erhalten Sie einen schriftlichen Kostenvoranschlag, in dem Behandlung, Material und Nachsorge aufgeschlüsselt sind.

Ästhetische Behandlungen sind in der Regel keine Leistung der Krankenversicherung.

Welche Präparate wir verwenden

In unserer Praxis kommen je nach Befund CE-zertifizierte Präparate zum Einsatz, unter anderem NCTF® 135HA für die Mesotherapie, PhilArt® Eye für die Polynukleotid-Behandlung sowie Melablock und Niacinamid beim pigmentbedingten Anteil. Welches Präparat geeignet ist, ergibt sich aus der Untersuchung – nicht aus einem Produktwunsch.

Einen ausführlichen Beitrag dazu finden Sie in unserem Blog: Augenringe und Augenschatten mit NCTF und Polynukleotiden behandeln.

Wer behandelt

Die Behandlungen führen Dr. med. Anita Rütter, Fachärztin für Dermatologie und Venerologie, und Dr. med. Dominik Schlarb, Facharzt für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie, durch. Dass Dermatologie und plastische Chirurgie hier unter einem Dach zusammenkommen, ist gerade an der Augenpartie von Vorteil: Pigment, Gefäße und Struktur werden von denselben Behandlern beurteilt, die auch operieren können – oder eben davon abraten.

Beratungstermin vereinbaren

Eine Behandlung der Augenringe beginnt mit einem Gespräch und einer Untersuchung. Sie erreichen uns telefonisch unter 0251 917999-0 oder über Doctolib. Praxisklinik am Germania Campus, Grevener Straße 105, 48159 Münster.

Ihre Ansprechpartner

Dr. med. Dominik Schlarb – Praxisklinik am Germania Campus, Münster
Dr. med. Dominik Schlarb
Dr. med. Anita Rütter – Praxisklinik am Germania Campus, Münster
Dr. med. Anita Rütter

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