
Biostimulation (Kollagenaufbau)
Biostimulation in Münster – Kollagenaufbau mit Calciumhydroxylapatit und Poly-L-Milchsäure
Was Biostimulation von einem klassischen Filler unterscheidet
Ein Hyaluronfiller füllt auf: Er bindet Wasser, gibt sofort Volumen und wird über Monate wieder abgebaut. Biostimulierende Injektionen verfolgen ein anderes Ziel. Sie bringen ein Material ins Gewebe, das dort einen kontrollierten Reiz setzt, auf den der Körper mit der Bildung von eigenem Kollagen antworten kann. Der Aufbau kommt also nicht aus der Spritze, sondern aus dem eigenen Gewebe – und er braucht Zeit.
Das macht Biostimulation zu etwas anderem als einer Faltenunterspritzung. Es geht seltener um eine einzelne Falte und häufiger um Gewebequalität: um Haut, die insgesamt dünner und weniger gespannt wirkt, um ein Mittelgesicht, das an Struktur verloren hat, um Hals, Dekolleté oder Oberarme.
Die beiden Wirkprinzipien
Calciumhydroxylapatit
Calciumhydroxylapatit ist ein mineralischer Bestandteil, der auch im menschlichen Knochen vorkommt. In der ästhetischen Medizin wird er als Mikrosphären in einem Gelträger injiziert. Der Gelträger sorgt für einen unmittelbar sichtbaren Stützeffekt und wird im Verlauf abgebaut; die Partikel bleiben zunächst im Gewebe und können dort die körpereigene Kollagenbildung anregen.
Stärker verdünnt angewendet steht weniger die Kontur im Vordergrund als die Hautqualität – etwa bei erschlaffter Haut am Hals, am Dekolleté, an den Oberarmen oder im unteren Gesichtsdrittel.
Poly-L-Milchsäure
Poly-L-Milchsäure ist ein resorbierbares Polymer, das seit Jahrzehnten auch in der Chirurgie als Nahtmaterial verwendet wird. Als Injektion erzeugt sie in der Regel keinen ausgeprägten Soforteffekt. Das Material wird über Wochen abgebaut und setzt dabei den Reiz, auf den das Gewebe mit Kollagenbildung reagieren kann. Der Aufbau verläuft entsprechend langsam und flächig statt punktuell.
Poly-L-Milchsäure wird üblicherweise in mehreren Sitzungen im Abstand von einigen Wochen angewendet. Wer ein Ergebnis zu einem festen Termin braucht, sollte das bei der Planung berücksichtigen.
Kombinationen aus Hyaluronsäure und Calciumhydroxylapatit
Es gibt Präparate, die beides verbinden: Die Hyaluronsäure gibt einen sofortigen, weicheren Volumeneffekt, der Calciumhydroxylapatit-Anteil den biostimulierenden Reiz. Sinnvoll ist das vor allem beim tieferen strukturellen Aufbau, etwa im Mittelgesicht oder entlang der Kieferlinie.
In unserer Praxis kommen je nach Befund CE-zertifizierte Präparate auf Basis dieser Wirkprinzipien zum Einsatz, unter anderem Radiesse®, Sculptra® und HarmonyCa®. Welches Material geeignet ist, ergibt sich aus der Untersuchung – nicht aus einem Produktwunsch.
Welche Areale sich eignen
Typische Bereiche sind das Mittelgesicht und die Wangen, die Kieferlinie und das untere Gesichtsdrittel sowie die Schläfen. Außerhalb des Gesichts kommen Hals, Dekolleté, Oberarme und Knieinnenseiten infrage, wenn es um Hautqualität und nicht um Volumen geht.
Nicht geeignet sind sehr bewegliche und sehr oberflächliche Zonen – die Lippen etwa gehören nicht dazu. Dort arbeiten wir mit Hyaluronsäure.
Wie die Behandlung abläuft
Am Anfang steht ein Beratungstermin mit Untersuchung. Wir sehen uns Hautqualität, Volumenverteilung und Gesichtsproportionen an und besprechen, was sich mit Biostimulation erreichen lässt und was nicht. Sie erhalten eine Aufklärung und einen Kostenvoranschlag; zwischen Beratung und Behandlung liegt eine Bedenkzeit.
Die Injektion selbst dauert je nach Areal etwa 20 bis 45 Minuten. Gearbeitet wird mit feiner Nadel oder stumpfer Kanüle, das Areal wird vorher betäubt beziehungsweise gekühlt. Anschließend wird das Material im Gewebe verteilt; bei einigen Präparaten gehört eine Eigenmassage in den ersten Tagen zur Nachsorge dazu.
Danach können Sie in der Regel direkt wieder in den Alltag. Für etwa 24 bis 48 Stunden gilt: kein Sport, keine Sauna, kein Solarium, kein starker Druck auf das behandelte Areal.
Wann sich das Ergebnis zeigt
Das unterscheidet Biostimulation am deutlichsten von einem Filler. Ein sofortiger Effekt – falls überhaupt vorhanden – stammt vom Gelträger und geht in den ersten Wochen teilweise zurück. Der eigentliche Aufbau setzt erst danach ein und entwickelt sich über mehrere Monate.
Wie stark er ausfällt, hängt von Alter, Hautzustand, Stoffwechsel und Lebensstil ab und lässt sich nicht vorhersagen. Ein bestimmtes Ergebnis können wir nicht zusichern. Wer das tut, sollte Sie misstrauisch machen.
Risiken und Grenzen
Wie bei jeder Injektion sind Schwellungen, Rötungen, Druckempfindlichkeit und kleine Blutergüsse an den Einstichstellen möglich; sie klingen üblicherweise innerhalb weniger Tage ab. Spezifisch für biostimulierende Materialien sind tastbare Verhärtungen oder Knötchen, die je nach Substanz und Injektionstiefe auftreten können. Sehr selten, aber ernst zu nehmen sind Gefäßverschlüsse, die eine sofortige Behandlung erfordern.
Eine wichtige Grenze: Anders als Hyaluronsäure lassen sich diese Materialien nicht durch ein Gegenmittel auflösen. Ein Ergebnis, das nicht gefällt, ist deshalb nicht kurzfristig rückgängig zu machen – es klingt mit der Zeit ab. Das ist einer der Gründe, warum wir zurückhaltend dosieren und lieber in zwei Schritten arbeiten als in einem großen.
Alle Risiken besprechen wir vor der Behandlung im Einzelnen.
Für wen es nicht infrage kommt
Zurückhaltend sind wir bei akuten Entzündungen oder Infektionen im Behandlungsareal, bei bestimmten Autoimmunerkrankungen, in Schwangerschaft und Stillzeit, bei Neigung zu überschießender Narbenbildung sowie bei bekannten Unverträglichkeiten gegenüber den Bestandteilen. Wenn die Erwartung über das hinausgeht, was ein biostimulierendes Verfahren leisten kann, sagen wir das ebenfalls – und raten gegebenenfalls ab.
Was die Behandlung kostet
Wir sind eine Privatpraxis. Die Abrechnung erfolgt nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ). Die Höhe ergibt sich aus Areal, Materialmenge, Aufwand und Schwierigkeitsgrad – nicht aus einer Preisliste. Deshalb finden Sie hier keine Beträge. Nach dem Beratungsgespräch erhalten Sie einen schriftlichen Kostenvoranschlag, in dem Behandlung, Material und Nachsorge aufgeschlüsselt sind.
Ästhetische Behandlungen sind in der Regel keine Leistung der Krankenversicherung.
Biostimulation oder ein anderes Verfahren
Wo Volumen fehlt und sofort sichtbar sein soll, ist ein Hyaluronfiller häufig der direktere Weg. Wo es um Hautstraffung ohne Injektion geht, kommen Ultherapy® mit fokussiertem Ultraschall oder Potenza® mit Radiofrequenz und Microneedling infrage. Häufig ergänzen sich die Verfahren, statt sich auszuschließen.
Einen ausführlichen Vergleich der einzelnen Präparate finden Sie in unserem Beitrag Radiesse, HarmonyCa und Sculptra im Vergleich.
Wer behandelt
Die Injektionen führen Dr. med. Anita Rütter, Fachärztin für Dermatologie und Venerologie, und Dr. med. Dominik Schlarb, Facharzt für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie, durch. Beide sind in der ärztlichen Fortbildung im Bereich der Injektionsbehandlungen tätig.
Beratungstermin vereinbaren
Eine biostimulierende Behandlung beginnt mit einem Gespräch und einer Untersuchung. Sie erreichen uns telefonisch unter 0251 917999-0 oder über Doctolib. Praxisklinik am Germania Campus, Grevener Straße 105, 48159 Münster.
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