
Ohrenkorrektur (Otoplastik)
Abstehende Ohren, ausgerissene Ohrläppchen und gedehnte Tunnel – operative Korrektur in Münster
Was wir am Ohr korrigieren
„Ohrenkorrektur" ist ein Sammelbegriff für Eingriffe, die technisch wenig miteinander zu tun haben. Wir führen im Wesentlichen drei durch:
Abstehende Ohren werden angelegt, indem die fehlende oder zu schwach ausgeprägte Knorpelfalte der Ohrmuschel neu geformt wird. Das ist die klassische Otoplastik.
Ausgerissene oder eingerissene Ohrläppchen entstehen fast immer durch Zug an einem Ohrring – schleichend über Jahre oder plötzlich, etwa wenn ein Ohrring hängen bleibt. Hier wird der Defekt schichtweise verschlossen und die Ohrläppchenkante neu gestaltet.
Gedehnte Ohrläppchen nach Tunneln oder Plugs ziehen sich nach dem Herausnehmen des Schmucks ab einer gewissen Größe nicht mehr von selbst zusammen. Der gedehnte Kanal muss operativ entfernt und das Ohrläppchen neu aufgebaut werden.
Welcher Eingriff infrage kommt und ob sich mehrere sinnvoll kombinieren lassen, ergibt die Untersuchung.
Abstehende Ohren anlegen (Otoplastik)
Ein abstehendes Ohr ist keine Krankheit, sondern eine anatomische Variante. In den meisten Fällen ist die sogenannte Anthelix – die nach innen laufende Knorpelfalte der Ohrmuschel – zu schwach ausgebildet, seltener ist die Ohrmuschel selbst zu tief. Häufig kommt beides zusammen.
Wie operiert wird
Über einen Schnitt auf der Rückseite des Ohres wird der Knorpel zugänglich gemacht. Die fehlende Falte wird mit dauerhaften Nähten neu geformt; bei festerem Knorpel wird die Vorderseite zusätzlich vorsichtig ausgedünnt, damit sich der Knorpel ohne Spannung legt und keine scharfen Kanten entstehen. Ist die Ohrmuschel zu tief, wird sie zusätzlich verkleinert oder nach hinten versetzt. Die Narbe liegt hinter dem Ohr in der Falte.
Der Eingriff dauert je nach Befund etwa 60 bis 90 Minuten für beide Seiten. Bei Erwachsenen und älteren Kindern operieren wir in örtlicher Betäubung, auf Wunsch mit Dämmerschlaf. Bei jüngeren Kindern wird der Eingriff in einer Narkose durchgeführt.
Ab welchem Alter
Das Ohrwachstum ist etwa ab dem fünften bis sechsten Lebensjahr weitgehend abgeschlossen. Vorher zu operieren bringt keinen Vorteil. Viele Eltern entscheiden sich für die Zeit vor der Einschulung, das ist aber keine medizinische Notwendigkeit – auch im Erwachsenenalter ist der Eingriff jederzeit möglich und verläuft technisch gleich.
Voraussetzung bei Kindern ist, dass das Kind selbst die Behandlung möchte und die Nachsorge mitmachen kann. Ein Kind, das den Eingriff ablehnt, operieren wir nicht.
Ausgerissene und eingerissene Ohrläppchen
Ein durchgerissenes Ohrläppchen verschließt sich nicht von allein, weil die Wundränder bereits mit Haut überzogen sind. Deshalb reicht es nicht, den Spalt zu vernähen – die epithelisierten Ränder müssen zuerst entfernt werden, sonst heilt die Naht nicht zusammen.
Der Eingriff dauert etwa 20 bis 30 Minuten je Seite und findet in örtlicher Betäubung statt. Je nach Form des Defekts verschließen wir gerade oder mit einer kleinen Z-förmigen Schnittführung – letzteres verhindert, dass die Ohrläppchenkante später eine Einkerbung behält.
Erneut stechen lassen können Sie das Ohrläppchen frühestens nach etwa drei Monaten, und dann nicht durch die Narbe, sondern daneben.
Gedehnte Ohrläppchen nach Tunnel oder Plug
Bis zu einem gewissen Durchmesser zieht sich ein gedehntes Ohrläppchen nach dem Herausnehmen des Schmucks noch zurück. Darüber hinaus bleibt ein offener, innen mit Haut ausgekleideter Kanal zurück, oft mit einem ausgedünnten unteren Rand.
Operativ wird der gesamte epithelisierte Kanal ausgeschnitten und das Ohrläppchen aus gesundem Gewebe schichtweise neu aufgebaut. Bei sehr großen Dehnungen kann zusätzlich Gewebe verschoben werden, damit das Ohrläppchen wieder eine natürliche Form und Kante bekommt. Auch das geschieht ambulant in örtlicher Betäubung.
Ein Hinweis zur Erwartung: Ziel ist ein unauffälliges, in Form und Größe zur Gegenseite passendes Ohrläppchen. Eine feine Narbe an der Unterseite bleibt in aller Regel sichtbar.
Wie der Eingriff abläuft
Am Anfang steht ein Beratungstermin mit Untersuchung, kein OP-Termin. Wir beurteilen Knorpel, Hautverhältnisse und Seitenunterschiede, besprechen, was sich realistisch erreichen lässt, und klären Sie schriftlich auf. Sie erhalten einen Kostenvoranschlag; zwischen Beratung und Eingriff liegt eine Bedenkzeit.
Alle genannten Eingriffe führen wir ambulant in unserem eigenen Operationssaal am Germania Campus durch. Sie gehen am selben Tag nach Hause.
Ausfallzeit und Nachsorge
Nach einer Otoplastik tragen Sie für etwa eine Woche einen Kopfverband, anschließend für vier bis sechs Wochen nachts ein Stirnband, damit die Ohren im Schlaf nicht umgeknickt werden. Die Fäden hinter dem Ohr werden nach etwa zehn bis vierzehn Tagen entfernt. Arbeits- oder schulfähig sind die meisten nach ein bis zwei Wochen.
Nach einer Ohrläppchenkorrektur werden die Fäden nach etwa sieben Tagen entfernt. Eine nennenswerte Ausfallzeit gibt es hier nicht.
Für etwa vier Wochen gilt nach jedem dieser Eingriffe: kein Sport mit Körperkontakt, keine Sauna, kein Solarium, kein Zug am Ohr. Frische Narben brauchen über mehrere Monate konsequenten Lichtschutz.
Risiken und Grenzen
Möglich sind Nachblutungen, Blutergüsse, Wundheilungsstörungen und Infektionen. Am Ohrknorpel ist eine Infektion besonders ernst zu nehmen, weil sie den Knorpel schädigen kann – sie ist selten, muss aber sofort behandelt werden. Weiter möglich sind tastbare oder durchscheinende Nähte, Fadengranulome, Gefühlsstörungen am Ohr über einige Wochen sowie Seitenunterschiede.
Nach einer Otoplastik kann sich der Knorpel im Verlauf teilweise zurückstellen; in solchen Fällen ist eine Nachkorrektur möglich. Das Ohrläppchen neigt bei entsprechender Veranlagung stärker als andere Körperregionen zu wulstigen Narben (Keloiden) – wenn Sie das von früheren Wunden kennen, sagen Sie es uns bitte im Beratungsgespräch, das ändert die Planung.
Wie eine Narbe ausfällt, hängt auch von Ihrer individuellen Wundheilung ab und lässt sich nicht vollständig steuern. Ein bestimmtes Ergebnis können wir nicht zusichern.
Was die Behandlung kostet
Wir sind eine Privatpraxis. Die Abrechnung erfolgt nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ). Die Höhe ergibt sich aus dem Eingriff, dem Aufwand und dem Schwierigkeitsgrad – nicht aus einer Preisliste. Deshalb finden Sie hier keine Beträge. Nach dem Beratungsgespräch erhalten Sie einen schriftlichen Kostenvoranschlag, in dem Operation, Betäubung, Material und Nachsorge aufgeschlüsselt sind.
Rein ästhetische Eingriffe sind in der Regel keine Leistung der Krankenversicherung. Bei Kindern mit ausgeprägt abstehenden Ohren kann eine Kostenbeteiligung im Einzelfall infrage kommen; die Entscheidung trifft die Versicherung, nicht die Praxis. Wir stellen Ihnen die Befunde für den Antrag zusammen und sagen offen, wie wir die Aussicht einschätzen.
Wer operiert
Die Eingriffe führt Dr. med. Dominik Schlarb durch, Facharzt für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie. Über neun Jahre lang leitete er den operativen Bereich der Hautklinik des Universitätsklinikums Münster, mit Schwerpunkt auf der Rekonstruktion im Gesicht- und Ohrbereich. Einen Überblick über alle operativen Eingriffe finden Sie auf der Seite Plastische & Ästhetische Chirurgie.
Beratungstermin vereinbaren
Eine Ohrenkorrektur beginnt mit einem Gespräch und einer Untersuchung. Sie erreichen uns telefonisch unter 0251 917999-0 oder über Doctolib. Praxisklinik am Germania Campus, Grevener Straße 105, 48159 Münster.







